Gute Makler, schlechte Makler

Sachkundenachweis für Immobilienmakler: Bundesrat unterstützt inkompetente Immobilienvermittler

Sogar als Immobilienmakler kann ich nachvollziehen, dass der Interessent lieber vom Privatvermieter mietet und sich die Maklerprovision gerne spart.

Leider wird das Klischee vom „faulen Türaufschließer“ durch verschiedene Interessengruppen immer weiter geprägt.

Aber auch der „faulste Türaufschließer“ hat dem Mietinteressenten gegenüber einen enormen Vorteil: Er beschäftigt sich (meistens) in Vollzeit mit Immobilien und verfügt Ihnen als Suchkunde gegenüber deshalb über einen gewaltingen Wissensvorsprung.

Ein Makler führt täglich dutzende Telefonate, redet mit Mietinteressenten und mit Vermietern. Dieses Netzwerk ist sein Kapital. Der Makler handelt mit Information. Er sieht Vakanzen, bevor der Interessent (und somit der Markt) davon erfährt. Deshalb bringt er seine Mietinteressenten im Vergleich zum Markt in eine bessere Position. Der Vermieter vertraut ihm, weil er ihn seit Jahren kennt, oder er von einem Bekannten empfohlen wurde.

Natürlich sucht ein Makler nach tausend erfolgreichen Vermietungen effizienter nach Immobilien und nach Mietern als Personen, die in anderen Berufen arbeiten.

Einen Makler zu beauftragen ist wie zum Friseur zu gehen. Natürlich können Sie sich Ihre Haare auch selbst schneiden; aber wenn Sie dies einen Fachmann erledigen lassen, geht es schneller und das Ergebnis wird auch besser. Eine schlechte Frisur wächst glücklicherweise wieder heraus, ein unglückliches Mietverhältnis werden Sie deutlich schwerer los.

Die Währung guter Immobilienmakler ist das Vertrauen von Vermietern oder Verkäufern und ihre Kenntnis von Angebot und Nachfrage, die sich aus vielen Kundengesprächen und Besichtigungen ableitet.

Wir (meine Berufskollegen und ich) bemerken sofort, wenn Interessenten uns gering schätzen, weil sie sich „abgezockt“ fühlen.

Viele Interessenten bedenken aber nicht, dass der Makler nur dann Geld verdient, wenn er auch tatsächlich ein Objekt vermittelt. Das bedeutet, dass jede Besichtigung und jedes Telefonat eine kleine Investition von Zeit und Ressourcen für den Makler darstellt.

Wenn Sie einen Klemptner anrufen, bezahlen Sie für die Anfahrt alleine schon 50,- EUR. Eine Wohnungsbesichtigung ist zunächst einmal umsonst.

Statt sich über hohe Provisionen zu ärgern überlegen Sie lieber, was der Immobilienprofi für Sie tun kann: Oft bestehen Vakanzen, die nicht in den Portalen zu finden sind. Stellen Sie sich mit dem Makler gut und sind Sie bereit, Ihn für sein Wissen, seine Kontakte und seinen Service zu bezahlen, sehen Sie Immobilien, die Privatsuchenden verschlossen bleiben.

Vielleicht haben Sie ein Haustier. Manchmal überzeuge ich meine Vermieter, doch ausnahmsweise die „kleine Dogge“ im Mietverhältnis zu akzeptieren. Vermieter kennen mich, vertrauen meinem Urteil und wissen, wenn ich betone, dass der Hund brav ist, habe ich mich selbst davon überzeugt.

Sie als Mietinteressent profitieren an dieser Stelle direkt von meinem Ruf als ehrlicher und zuverlässiger Makler, den ich mir über die Jahre aufgebaut habe.

Fordern Sie den Makler ruhig! Ein guter Vermittler freut sich, wenn er für sein Honorar auch eine Leistung erbringen kann, mit der Sie unterm Strich zufrieden sind…

… oder akzeptieren Sie die „selbstgeschnittene Frisur“ und die Tatsache, dass es eben etwas länger dauert, bis diese fertig ist. Einige meiner Tipps auf diesem Blog helfen Ihnen, die „Schere“ dennoch „gerade zu halten“.