Wohnungssuche: „Vermasseln“ Sie es nicht auf der Zielgeraden

Sie haben endlich Ihre Traumwohnung gefunden. Der Vermieter hat Ihnen zugesagt. Ihrem Einzug steht nichts mehr im Wege – sollte man meinen…

Immer wieder begegnen mir Interessenten, die sich den neuen Mietvertrag noch auf der Zielgeraden sprichwörtlich „vermasseln“.

Gerade habe ich mit einem jungen Mann zusammen gearbeitet. Er wollte eine kleine Wohnung mieten, die von seinen Eltern bezahlt werden sollte. Sein Auftreten war zunächst hervorragend.

Er freute sich, dass wir ihn für die Wohnung ausgesucht hatten. Im nächsten Satz verkündete er, dass er jetzt erstmal für 10 Tage in den Urlaub fährt.

Über ein solches Statement freut sich jeder Makler…. nicht.

Ich führte die Verhandlungen mit den sehr bemühten Eltern in Persona und wechselweise via Email mit dem jungen Mann im Urlaub – er schien sich am Strand von Malle aber viel wohler zu fühlen und antwortete nur sehr sporadisch. Der Vermieter registrierte dies natürlich. Am Freitagvormittag warteten wir noch immer auf den Rückläufer des Vertrages, der am Montag zugegangen war.

Zur Mittagszeit bat mich der Vermieter, einen anderen Mieter zu suchen. „Wenn ihm der Ballermann wichtiger ist, als die Bude, soll er dort bleiben.“

Braungebrannt und wieder nüchtern zeigte sich junge Mann sehr enttäuscht über den Verlauf der Dinge…

Viele Mieter bedenken nicht, dass sie durch Ihr Verhalten/ Auftreten während der Vertragsverhandlungen und während der Vertragsanbahnung Signale an den Vermieter senden. Natürlich beobachtet der Vermieter den Interessenten und zieht Rückschlüsse auf dessen Verhalten als Mieter während des künftigen Mietverhältnisses.

Bleiben Sie deshalb bei der Wohnungssuche deshalb zielstrebig. Nehmen Sie Vermieter und Bevollmächtigte (Makler, Hausverwalter, Dritte) ernst. Lesen Sie Emails (vollständig), beantworten Sie Anrufe und zeigen Sie, dass Sie die Wohnung wollen und dass Sie zuverlässig sind. Kommunizieren Sie klar und halten Sie sich an Ihre getroffenen Aussagen. Überlegen Sie, wie Ihre Handlungen auf die andere Seite wirken. Halten Sie die Periode zwischen Agreement und Unterschrift in eigenem Interesse so kurz wie möglich. Denken Sie daran: Leerstand bedeutet Kosten für den Vermieter. Kosten machen nervös. Nervosität ist eine negative Emotion.

Und vergessen Sie nicht: Sie bekommen die Wohnung nicht mit der Zusage, sondern erst mit der Unterschrift unter Ihren neuen Mietvertrag.

 

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