Wohnungssuche mit Schufa-Eintrag: Kommunikation entscheidet

Wenn Sie einen Schufa-Eintrag haben, müssen Sie bei der Wohnungssuche andere Wege gehen, als Typ-A-Mietinteressenten.

In zwei früheren Beiträgen habe ich bereits über die Wohnungssuche mit Negativeintrag bei der Schufa berichtet. Beherzigen Sie die schnellen „10-Leitlinien“ für eine erfolgreiche Wohnungssuche mit Schufa-Auskunft. Im zweiten Artikel erkläre ich Ihnen die Hintergründe der Wohnungssuche mit einer negativen Schufa.

Heute werde ich mich auf die wichtigsten Punkte konzentrieren: Wie kommunizieren Sie erfolgreich mit der Anbieterseite, wenn Sie einen Schufa-Eintrag haben und welche Immobilien wählen Sie aus.

PERSÖNLICHE SYMPATHIE IST WICHTIGER ALS BONITÄTSDOKUMENTE

Die gute Nachricht zuerst: Wichtiger als eine negative Schufa-Auskunft ist Ihr Auftreten – insbesondere bei Privatvermietern. Wenn es Ihnen also gelingt, den Vermieter in der Wohnungsbesichtigung für sich „zu gewinnen“, könnte er ein Auge „zudrücken“, selbst wenn er von Ihrem Eintrag erfährt.

CLEVERE AUSWAHL DER MIETOBJEKTE

Zwangsläufig finden Sie in Großstädten immer mehr Wohnungsangebote, als Sie bearbeiten können. Zeigen Sie sich nicht wählerisch. Auf die besten Angebote erwartet Sie große Konkurrenz. Setzen Sie daher bei „schlechteren Angeboten“ an.

Ihr Hauptkriterium sollte deshalb die maximale Warmmiete sein, die Sie aufbringen können. Bei Ausstattung und Quadratmeterzahl gehen Sie Kompromisse ein, um mit wenige Wettbewerber im Spiel zu haben.

Beispiel zur Erklärung:

Ich habe gerade eine ganz fürchterlich abgewohnte Wohnung im Portfolio. Der Vermieter oder der neue Mieter müsste hier viel Arbeit in das Objekt stecken. Fände sich ein sympathischer Mietinteressent, der auch noch bereit wäre einige Arbeit im Objekt selbst zu erledigen, würde mein Kunde, der Vermieter, sicher über die Einschränkung einer negativen Schufa hinwegsehen, wenn ansonsten „alles passt“.

Am Besten sind Ihre Chancen bei der Wohnungssuche, wenn gar nicht erst nach der Schufa-Auskunft gefragt wird. 

Das Telefon ist ihr Freund. Telefonieren Sie sämtliche Angebote im Vorfeld ab. Informieren Sie sich, welche Dokumente Sie beibringen müssen. So können Sie direkt Angebote ausschließen, bei denen Sie nachträglich sowieso aussortiert würden und sparen wertvolle Zeit.

Achten Sie auf die Systematik Ihrer Fragestellung. Fragen Sie den Anbieter „Welche Dokumente benötigen Sie vor Vertragsabschluss?“ – fragen Sie bitte nicht: „Benötigen Sie eine Schufa-Auskunft?“ . Die Frage suggeriert, dass Sie etwas zu verbergen haben.

OFFENE KOMMUNIKATION: AUCH WENN’S WEH TUT

Für den Fall, dass auf dem Weg zum Mietvertrag dann doch nach der Schufa-Auskunft gefragt wird, suchen Sie das persönliche Gespräch. Senden Sie ihre Unterlagen nicht einfach ein (inklusive negativer Schufa), sondern versuchen Sie diese persönlich zu übergeben. Erläutern Sie bei der Übergabe, wie Sie zu dem Negativeintrag gelangten, und geben Sie sachlich und überzeugend wieder, warum Sie fortan die Miete bezahlen können. Haben Sie ein gutes Verhältnis zu Ihrem Vorvermieter kann dieser Ihnen bescheinigen, dass die Miete immer pünktlich einging. Sie können mit dem Vorvermieter auch absprechen, dass Sie dem potenziellen Vermieter anbieten mit ihm in telefonischen Kontakt zu treten.

DURCHHALTEN!!! 

Wie schon bei meinem schnellen 10-Punkte-Plan für Wohnungssuche mit Schufa-Eintrag erwähnt:  Bleiben Sie beharrlich! Lassen Sie sich von Ablehnungen nicht entmutigen sondern lernen Sie aus Ihnen. Ich garantiere Ihnen, dass Sie Erfolg haben werden, wenn Sie nur kontinuierlich bemühen und weitersuchen.