Miete richtig verhandeln: Der richtige Zeitpunkt ist für den Verhandlungserfolg entscheidend

Miete richtig verhandeln (4): Den passenden Zeitpunkt für Verhandlungen wählen

Der richtige Zeitpunkt ist für Ihren Verhandlungserfolg wichtig: Verhandeln Sie zu spät, verärgern Sie den Anbieter. Verhandeln Sie zu früh, schmälern Sie Ihre Chancen. Dennoch müssen Sie jetzt Flagge bekennen, denn es existieren zwei Varianten: Eher zügig steigen Sie in Verhandlungen ein, wenn Sie sich selbst einen hohen Mieter-Marktwert zusprechen. Eher später beginnen Sie mit Verhandlungen, wenn Sie Ihre Verhandlungsposition eher schlechter einschätzen. Warum?

Checken Sie Ihren Mieter-Marktwert

Besitzen Sie einen hohen Mieter-Marktwert, werden Vermieter und/ oder Makler tendenziell kleineren Zugeständnissen offen gegenüber stehen. Sie können den „Deal“ fair formulieren:

„Sie erhalten mich als solventen, unauffälligen Mieter, dafür bezahle ich nur XY-Euro pro Quadratmeter/ gehe ich keinen Kündigungsverzicht ein / renovieren Sie die Wohnung vor Einzug / usw.“

Idealerweise formulieren Sie Ihre Wünsche bereits mit dem Einreichen der Selbstauskunft oder schon in der Besichtigung. Aber Vorsicht: Der hohe Mieter-Marktwert schützt Sie nicht automatisch vor einem NEIN. Wenn Sie verhandeln, bedenken Sie, dass Sie auch verlieren könnten.

Den „Mieter-Marktwert“ habe ich übrigens ausführlich in meinem Ratgeber für Wohnungssuchende „Der Mietercoach“ erläutert.

Ist Ihr Mieter-Marktwert gering, nutzen Sie die fortschreitende Zeit als Druckmittel. Eventuell hat der Makler bereits einigen Interessenten abgesagt und muss  (und möchte) jetzt mit Ihnen Ergebnisse liefern. Vielleicht ist der Vermieter bereits entnervt vom Mietvorgang. Er möchte zügig einen Mieter bekommen und akzeptiert nun auch Sie. In diesem Fall verhandeln Sie entweder vor Beginn der Vertragskonzeption oder während der Vertragskonzeption. In der Regel erhalten Sie einen Vertragsentwurf. Hier bringen Sie nun Ihre Änderungswünsche an.

Achten Sie auf Ihre Formulierungen

Begründen Sie diese durchdacht und argumentieren Sie von Ihrer persönlichen Situation ausgehend.

NICHT: „Ich denke, Sie haben keine Ahnung, der Preis ist zu hoch.“

SONDERN: „Wir haben uns als Budget xy-EUR gesetzt, dieses möchten wir nicht überschreiten.“

Verhandlung bedeutet Risiko

Auch Ihnen lege ich nahe: Überlegen Sie sich gut, ob Sie in die Verhandlungen einsteigen und akzeptieren Sie ein NEIN – kalkulieren Sie auch ein, das Objekt an einen anderen Interessenten zu verlieren. Im wohnungsknappen Großstadtmarkt wäre dies keine Überraschung, der nächste Interessent lauert schon auf Ihre Traumwohnung!

…Viel Erfolg

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Bildquelle: fotolia.de | Urheber: Matthias Stolt