Verrückter Mietmarkt: Immobilienblase macht Mieter heimatlos!

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Der Verkauf von Eigentumswohnungen boomt. Oft beziehen die neuen Eigentümer die Immobilie selbst. Die alten Mieter stehen dann auf der Straße – Gerichte und Politiker sind schuld! 

In dem überhitzten Marktumfeld werden Mieter täglich mit Eigenbedarfskündigungen konfrontiert. Nachdem das alte Zuhause unerwartet verkauft wurde, begeben sich Mieter auf Wohnungssuche wider Willen. Der Mietmarkt zeigt ihnen nun die Abgründe der Wohnungsnot: Die hohen Preise zwingen Mieter bei der Immobiliensuche ihre Schranken. Sie müssen Abstriche in Quadratmeterzahl, Lage oder Ausstattung in Kauf nehmen. Selbst mit reduzierten Ansprüchen ist es noch schwer, eine passende Wohnung zu finden. Die Konkurrenz in den Metropolen ist erschlagend. Besonders gefragt sind kleine Immobilien, also Ein- und Zweizimmer-Wohnungen, die zu einem fairen Preis angeboten werden.  Hier bewerben sich manchmal dutzende Interessenten auf eine freie Immobilie.

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Mieterfreundliche Rechtsprechung steht Suchenden im Weg

Die Auswahlkriterien der Vermieter sind hoch: Ein regelmäßiges Einkommen, am Besten aus NICHT-selbständiger Tätigkeit, geordnete Lebensverhältnisse und eine Schufa-Auskunft ohne Negativmerkmale werden erwartet. Die hohen Anforderungen an die Mieter-Bonität sind eine Reaktion auf die mieterfreundliche Rechtsprechung der letzten Jahre. Für den Vermieter kann „der falsche Mieter“ teuer werden. Nach Vertragsunterschrift läuft das Recht für den Mieter. Der Vermieter hat kaum Chancen, sich einen ungeliebten Mieter aus seinem Eigentum zu entfernen. Dementsprechend argwöhnisch picken Makler und Vermieter die „Rosinen“ vom Markt. Risiken möchte man hier besser nicht eingehen.

Wurde die Eigenbedarfskündigung einmal ausgesprochen, drängt die Zeit. Die Wohnungssuche wird für Mieter vielfach zu einer verzweifelten Odyssee.

Niedrige Zinsen begünstigen Eigenbedarfskündigungen 

Die Zahl der vermieterseitigen Kündigungen wegen Eigenbedarf steigt in den letzten Jahren stetig. Niedrige Zinsen und günstige Kredite locken Käufer. Eigentum ist endlich erschwinglich. Verkaufswilligen Eigentümern werden Immobilien aktuell regelrecht aus den Händen gerissen.

Für den Käufer ist die Belastung aus Hausgeld und Zins oft geringer, als seine bisherige Miete. Langjährige Mieter haben das Nachsehen. Der neue Besitzer meldet Eigenbedarf an und bezieht das Objekt selbst.

Eigenbedarf führt zu weiterer Verknappung am Mietmarkt

Eigenbedarfskündigungen zerstören das Mietangebot und treiben flächendeckend die Mietpreise. Aufgrund der nun nicht mehr am Markt verfügbaren Mietobjekte verteilt sich die Gesamtzahl der Mieter auf eine kleinere Anzahl an vermieteten Objekten. Dies führt unweigerlich zu weiteren Preissteigerungen und zu Steigerungen der „örtlichen Vergleichsmiete“, bzw. zu Steigerungen des Mietspiegels. Somit erhöhen sich auch die Bezugsgrößen der „Mietpreisbremse“, die ihre Wirkung bisher verfehlte.

Den Boom beenden!

Der gefährlichen Spirale könnten steigende Zinsen entgegenwirken. Zinserhöhungen würden den Boom endlich abkühlen und den Immobilienmarkt vielleicht bald wieder in normales Fahrwasser zu.*

Politik und Rechtsprechung sollten endlich das unter der großen Koalition etablierte Paradigma des künstlichen Verbraucherschutzes aufweichen und in eine wirtschaftlich sinnvolle Relation zu Wirtschaft und Märkten setzen!

*Zinsentscheidungen werden durch die Europäische Zentralbank (EZB) getroffen und unterliegen formal nicht der Einflusssphäre der nationalen Politik. 

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Zum Autor:
Richard Nitzsche ist Immobilienmakler in Frankfurt und München.
Auf dem Blog mietercoach.de unterstützt er Mieter seit 2014 bei  Wohnungssuche, Umzug und im Mietverhältnis
mit Tipps und Ratschlägen. Sein neuer Ratgeber für Mieter
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