Immobilienvorschau 2019: Der Ausblick auf die Immobilien-Themen im neuen Jahr

Immobilien-Themen Jahresausblick 2019

Ein bewegendes Immobilienjahr endet am 31.Dezember: Die beherrschenden Immobilien-Themen 2018 waren Landlucht, Wohnungsnot und hohe Mieten in den Großstädten und die explodierenden Kaufpreise. Innerhalb der Großen Koalition wollte auch die Bundesregierung Antworten auf die dringendsten Fragen finden:  Getrieben von neuen Mehrheitsverhältnissen und regierungsinternen Streitereien erfolgte ein Paradigmenwechsel in der Wohnungspolitik: Wohnen, Wohnungsknappheit und die Entwicklung der Mieten gilt seit diesem Jahr als „ die neue soziale Frage“. Im Rahmen des Wohn- und Mietengipfels im September legten die Koalitionäre eine neue Marschrichtung fest, die die den Immobilienmarkt und die Akteure in der Branche im kommenden Jahr 2019 beschäftigen wird.

Tipps und Tricks für die WohnungssucheMietpreisbremse wird zum 1.01.2019 verschärft

Die bereits verabschiedete Mietrechtsreform wird schon am 1.Januar in Kraft treten. Mit der Reform kommen Nachbesserungen an der Mietpreisbremse. Die GroKo sendet mit der Ausweitung des umstrittenen Gesetzes ein klares Bekenntnis zur staatlichen Regulierung des Immobilienmarktes. Als größte Neuerung gilt die Offenlegungspflicht von Bestandsmieten, sofern ortsübliche Vergleichsmieten im neuen Mietverhältnis überschritten werden. Auch die Regeln für Modernisierungen werden schärfer und für den Eigentümer unrentabler, Vermieter müssen zudem hohe Strafen bei Verstößen fürchten. Der Markt reagiert: Der führende deutsche Wohnungskonzern Vonovia hat im Dezember angekündigt, seine Investitionen in energetische Modernisierung drastisch zu kürzen. Als Ursache nannte der Konzern die fehlende Akzeptanz der durch Modernisierungsmaßnahmen verbundenen Mietpreissteigerungen.

GroKo will geringere Kaufnebenkosten

Zur Begegnung der Preisübertreibung auf dem Immobilienmarkt arbeitet der Gesetzgeber aktuell an einer Senkung der Kaufnebenkosten. Auf Immobilienmakler warten 2019 dramatische Neuerungen: Die Koalition hat sich im Rahmen des Wohngipfels auf die Einführung des Bestellerprinzips, nun auch beim Immobilienkauf, geeinigt. Das Justizministerium arbeitet derzeit an einer entsprechenden Vorlage. Befürworter erwarten sinkende Maklerprovisionen und dadurch auch geringere absolute Kaufpreise. Die Maklerbranche erwartet hohe Umsatzeinbußen.

Änderungen der Grundsteuer

Zudem sollten im kommenden Jahr Änderungen der Grundsteuer beschlossen werden. Das Finanzministerium unter Minister Olaf Scholz (SPD) plant in der Folge eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts die Reform bis zum 31.Dezember 2019. Scholz Vorschlag führt vor der Winterpause jedoch zum Diskurs mit der Union. Das neue Gesetz würde 2025 in Kraft treten.

Kehrtwende der Immobilien-Preisspirale im neuen Jahr?  

Vor einem Jahrzehnt ist die US-Immobilienblase geplatzt. Nun mehren sich die Risiken und Anzeichen für eine Kehrtwende des Immobilienpreisanstieges auch in Deutschland. Das Ende der explosionsartigen Preisspirale könnte 2019 eines der Leitthemen im Immobilienmarkt werden. Volkswirte beobachten ein spekulatives Kaufverhalten und häufig auftretende lokale Preisübertreibungen. Das Marktforschungsinstitut Empirica fürchtet die zunehmende Entkopplung von Kauf- und Mietpreisen. Nach der Niedrigzinsphase werden auch anziehende Zinsen für Immobilienkredite zum Risiko für den deutschen Immobilienmarkt. Volkswirte blicken mit Sorge über den Ozean: Die amerikanische Notenbank Fed hat mit der stufenweisen Zinserhöhung bereits Anfang 2017 begonnen, derweil trüben sich die US-Immobilienindikatoren ein. Pessimisten sehen Potenziale für eine neue US-Immobilienkrise.

Geldwäsche bei Immobilientransaktionen bekämpfen

Auch die organisierte Kriminalität rund um das Immobiliengeschäft könnte im neuen Jahr auf der Agenda stehen: Immobilientransaktionen in Deutschland werden von der Mafia und kriminellen Bandenstrukturen zur Geldwäsche in Milliardenhöhe missbraucht. Die EU will aus diesem Grund eine neue Geldwäscherichtline einführen, die Schlupflöchern und Schwachpunkten besser begegnet. Neue Transparenzvorschriften könnten auch lange etablierte Regelungen im deutschen Immobilienmarkt kippen: Im Gespräch ist hier zum Beispiel die Einführung eines zentralen Grundbuch, in das jedermann Einsicht nehmen dürfte.