Immobilienblase in Deutschland: Das Risiko steigt!

Immobilienblase: Das Risiko steigt

Immobilienpreise und Aktienkurse verzeichnen fast täglich neue Rekorde – und das obwohl die Konjunktur schwächelt. Befinden wir uns bereits in einer gigantischen Preisblase, die jeden Tag platzen könnte?
In der ZDF-Talkshow „Maybritt Illner“ warnt der Finanzexperte Marc Friedrich vor dem „größten Crash aller Zeiten“.  Gegen den Kollaps der Aktien- und Immobilienmärkte solle die Immobilienkrise vor zehn Jahren noch harmlos gewesen sein. Friedrich legt sich fest: Bis spätestens 2023 werde die Preisblase platzen. 


Der größte Crash aller Zeiten von
Marc Friedrich und Matthias Weik

Blasengefahr: Schere zwischen Mieten und Kaufpreisen wächst

FondsSuperMarktIn der Gegenwart bemerkt das Analyseinstitut F+B ein Stagnieren der Mieten im 3.Quartal, während die Immobilienpreise weiter anziehen – Eigentumswohnungen sind allein gegenüber dem 2.Quartal um 1,0% teurer geworden, auf Jahressicht um 5,9%, das Eigenheim war im 3. Quartal 4,0% teurer, als noch im 3.Quartal 2018.

„Trotz Warnungen verschiedener Institute, der Deutschen Bundesbank und der EZB vor dem Entstehen einer Preisblase vor dem Hintergrund eines sich anbahnenden Konjunkturabschwungs geht die Schere zwischen Preisen und Miete weiter auseinander“, sagt Dr. Bernd Leutner, Geschäftsführer von F+B. Diese sogenannte Preisschere, also das Auseinanderdriften von Kaufpreisen und Neuvertragsmieten, gilt tatsächlich als Indikator einer für eine ungesunde Preisentwicklung auf dem Immobilienmarkt: Stagnierende, bzw. inflationsbereinigt sogar fallende Mieterträge, stehen Kaufpreissteigerungen gegenüber. 

Schwarzer Peter im Immobilienmarkt: Immobilienkäufer spekulieren auf weiteren Anstieg der Kaufpreise

Man muss kein Volkswirt sein, um in einem solchen Szenario die Nachhaltigkeit einer Investition in Immobilien in Frage zu stellen.
Immobilienkäufer spekulieren dabei ausschließlich auf eine weitere Steigerung der Kaufpreise um beim Weiterverkauf der Immobilie zügig einen Verkaufsgewinn zu realisieren. Das Verhalten der Marktteilnehmer ist vergleichbar mit dem Kartenspiel „Schwarzer Peter“. Der Letzte muss die Zeche bezahlen, wenn sich der Markt bereinigt und die Blase platzt. Dass ein Crash, wenn er kommen mag, heftig und teuer werden könnte, liegt auf der Hand:
In der Krise vor einem Jahrzehnt konnte die Notenbank mit Zinssenkunden helfen. Heute sind die Zinsen negativ – und das am Ende des Konjunkturzyklus.


Sollten Eigentümer ihre Immobilien jetzt verkaufen?

Richard Nitzsche: Makler und Autor von Mietercoach.de
Richard Nitzsche (M.Sc.) studierte Finance & Economics  in Frankfurt und Colorado Springs (USA). Er ist  Immobilienmakler und Autor des Blogs mietercoach.de und des gleichnamigen Ratgebers für Mieter auf Wohnungssuche..

Der deutsche Immobilienmarkt geht aufregenden Zeiten entgegen. Eigentümer sollten sich jetzt die Frage stellen, ob sie die Immobilie noch für die beste Investition ihrer Ersparnisse halten. 

Wenn der Eigentümer noch 30 Jahre glücklich im selbstgebauten oder mühsam renovierten Häuschen leben möchte, wäre ein Verkauf aus Sorge vor einer Korrektur der Immobilienpreise vermutlich die falsche Entscheidung.  Bei einer Kapitalanlage, deren Wert als Absicherung fürs Alter dienen soll, könnte sich ein Verkauf jetzt lohnen –  für den Eigentümer, der den Vorhersagen Glauben schenkt.  Ungut wäre es jedoch, im Augenblick über den Verbleib des eigenen Immobilienbesitzes nicht nachzudenken und die Augen bewusst vor dem vielleicht bald aufziehenden Sturm zu verschließen.