Immobilienboom vor dem Kollaps? Commerzbank-Analyst warnt vor Systemrisiken

Mietendeckel in der Analyse

Der Immobilienboom hat nach Ansicht vieler Volkswirte seinen Zenit bereits überschritten. In die lange Reihe der Skeptiker reiht sich nun auch ein Analyst der Commerzbank ein: Marco Wagner warnt vor den Risiken, die der Anstieg der Hauspreise in ganz Europa verursacht haben könnte. Nicht nur in Deutschland, auch im EU-Ausland sind die Immobilienpreise gestiegen. Vielerorts fällt die Preisexplosion sogar noch dramatischer aus, als in Deutschland. 

„Pikanterweise warnt der Europäische Ausschuss für Systemrisiken, dem die EZB-Präsidentin vorsitzt, vor eben jenen Risiken“, zitiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung aus Wagners Bericht. Der Stabilitätsausschuss ESRB hatte bereits im Juni 2019 mit Blick speziell auf den Deutschen Markt vor auf steigende Gefahren durch die aufgeblähten Immobilienpreise in deutschen Großstädten hingewiesen. Der Ausschuss betonte die mit den Preissteigerungen auf dem Immobilienmarkt einhergehenden Risiken für das europäische Bankensystem.

Der Immobilienboom habe Deutschland bereits seit einem Jahrzehnt fest im Griff. Ein Auslöser sei die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). „Unseren Modellen zufolge dürften die Preise deutschlandweit etwa 15 Prozent über dem liegen, was wir fundamental für gerechtfertigt halten“, heisst es laut FAZ in Wagners Bericht weiter. 2019 seien die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland allein um 5 Prozent geklettert. 

Ein Ende der ultraniedrigen Kreditzinsen ist nicht in Sicht, erst recht nicht vor dem Hintergrund der abkühlenden Konjunktur. Immer mehr Ökonomen fürchten den großen Crash, wollen das Platzen der Immobilienblase heraufbeschwören. Populäre Experten, beispielsweise der Buchautor Marc Friedrichs, prophezeien sogar die baldige Implosion des Eurosystems. Der Autor und Wirtschaftsexperte Dr. Markus Krall befürchtet den Kollaps des Bankensystems bereits zum Ende diesen Jahres. In seinem Bestseller „Wenn schwarze Schwäne Junge kriegen“ untermauert er seine erschreckenden Thesen. 

Die Europäische Zentralbank EZB räumt zwar aktuell „Übertreibungen im Immobilienmarkt“ als Resultat der expansiven Geldpolitik ein, sieht den Markt jedoch nicht in einer „Blase“ oder gar kurz vor einer Krise. 

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