Mietpreisbremse verschärft & verlängert ++ Immobilienblase ++ Mietendeckel tritt in Kraft ++ US-Immobilienfonds in Schieflage / die Immobilien-Themen der KW 8/2020

Immobilien-Themen: Kaufnebenkosten

Die Mietpreisbremse bleibt auch weiterhin Gesetz: Der Bundestag hat mit Gegenstimmen von FDP und AfD beschlossen, das umstrittene Gesetz bis 2025 auszuweiten. Ursprünglich wurde die Mietpreisbremse lediglich für die Dauer von 5 Jahren eingeführt, um Preisanstiege der Mieten kurzfristig zu bekämpfen. Die Koalition stimmte nun mit den Grünen für eine Verlängerung. Die Definition, in welchen Lagen der lokale Wohnungsmarkt als  „angespannt“ gilt, obliegt weiterhin den Ländern. Die Preisbremse wurde im Zuge der Verlängerung außerdem verschärft: Mieter können überhöhte Mietzahlungen nun leichter zurückfordern. Die Rüge muss innerhalb von 30 Monaten eingehen, in diesem Fall können Mieter für die Dauer von maximal 2,5 Jahren zu viel bezahlte Beträge zurückfordern. Die FDP betitelte die Maßnahme als „sozialistische Preiskontrolle“, die für die AfD ist das Gesetz „sozialistischer Unfug“. Die Linken halten das Gesetz für nicht weitreichend: „Die Mietpreisbremse war weitgehend wirkungslos und das wird sie nach dem Willen der GroKo auch bleiben“, zitiert das Portal t-online Parteichef Bernd Riexinger. CDU/CSU, SPD und die Grünen hatten für die Erweiterung gestimmt. 

Mietendeckel in Berlin: Ab 23.02.2020 in Kraft

Richard Nitzsche: Makler und Autor von Mietercoach.de
Richard Nitzsche (M.Sc.)  berichtet über aktuelle Entwicklungen aus dem Immobilienmarkt. Nitzsche ist  Immobilienmakler und seit 2015 Autor des Blogs mietercoach.de, sowie eines Ratgebers für Mieter auf Wohnungssuche in den Ballungszentren.

Der Mietendeckel kommt wirklich! Investoren, Marktbeobachter und einige Politiker wollten diesen Super-GAU für den Berliner Immobilienmarkt bis zum Schluss nicht wahrhaben. Am kommenden Sonntag tritt der umstrittene Mietendeckel in Kraft. Die Hauptstadt steht Kopf. Die Einführung des Gesetzes hinterlässt fragende Eigentümer und wissbegierige Mieter. Die Berliner Morgenpost hat die wichtigsten Fragen zum neuen Gesetz für ihre Leser beantwortet.
Das in Kraft treten des Gesetzes sendet zudem die eindeutige Nachricht in die Republik: Es ist tatsächlich möglich! Diese bittere Pille müssen Investoren und Anleger nun verarbeiten. Während sich seit Eintritt in die Diskussion immer mehr Eigentümer in der Bundeshauptstadt von ihren Immobilien trennten, ist eine Contagion auf die übrige Republik bisher ausgeblieben.

Weitere Beiträge zum Mietendeckel:

Explodierende Immobilienpreise werden zur Frage der Finanstabiität

„Wer ist so verrückt, und kauft noch in Berlin“, titelt die F.A.Z. und zitiert die Aussage des Vorstands von Empirica Dr. Harald Simons. Der Rat der Immobilienweisen hatte vergangene Woche das neue Jahresgutachten veröffentlicht. Besorgniserregend sei die Entkopplung von Mieten und Kaufpreisen, die aus Sicht des Immobilienweisen Lars Feld „Fragen der Finanzstabilität“ aufwirft. Die Niedrigzinspolitik der EZB treibe Anleger in die Assetklasse Immobilien – auf der Suche nach Investitionsmöglichkeiten. „Die zukünftige Preisentwicklung auf dem Wohnimmobilienmarkt ist damit vollständig abhängig von der weiteren Zinsentwicklung“, zitiert das Blatt das Gutachten. 

Zum Thema Immobilienblase und explodierende Kaufpreise in Deutschland:

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Immobilienpreise: Schwächelnde Dynamik

Seit inzwischen zehn Jahren steigen die Preise auf dem deutschen Immobilienmarkt. Die Dynamik des Preisanstieges schwäche sich jedoch ab, meint Jens Tolckmitt, vom Verband deutscher Pfandbriefbanken in einem F.A.Z.-Artikel. In den Big-7 seien die Immobilienpreise im Q4/2019 lediglich um 2,9 Prozent geklettert. Investoren bezahlen nach Tolckmitts Ansicht „nicht mehr jeden Preis“. Im F.A.Z.-Beitrag betont Tolckmitt die funktionierenden Marktmechanismen, staatliche Eingriffe wie den Mietendeckel hält er für unnötig.
Der Fokus betont im Gegenzug die weiter steigenden Immobilienpreise, mahnt vor einem eventuell bald anstehenden „Preiseinbruch“, der dramatische Folgen für die deutsche Volkswirtschaft haben könnte. Während die Mietpreise nicht mehr steigen, seien die Kaufpreise „zu teuer“. Die Preise für Eigentumswohnungen seien im vergangenen Jahr um 9,7 Prozent gestiegen. 

US-Immobilienfonds der UBS in Schieflage

Der 20 Milliardenschwere UBS-Fonds „Trumbull Property Funds“ kämpft nach Berichten des Wallstreet Journals gegen den Abzug von Liquidität. Investoren hätten Anteile in der Höhe von 7 Milliarden Dollar gekündigt. Wird der Fonds durch den überproportionalen Kapitalabzug dazu gezwungen, Immobilienbestand zügig zu liquidieren, könnten hohe Verluste drohen. 

Gewerbemietvertrag: Alles Verhandlungssache

Während die Politik die Vertragsgestaltung für Wohnraummietverträge immer weiter beschränkt, gilt für Gewerbemietverträge weitestgehende Vertragsfreiheit. Hier können im Zuge der Verhandlung Lösungen gefunden werden, die für beide Vertragsparteien, Mietern und Vermietern, zum Vorteil werden. Der Gewerbemietvertrag für das neue Büro oder den neuen Laden ist Verhandlungssache. 

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Zu den Immobilien-Themen (KW9/2020): Mietendeckel, politisches Risiko, Immobilienblase, Einkommensungleichheit
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