Auslandsimmobilien: Treibt Corona den New Yorker Mietmarkt in den Crash?

Wird New York durch Corona zur Geisterstadt? Mit Corona ist der Mietmarkt im New Yorker Stadtteil Manhattan stark unter Druck geraten. Arbeitsplatzverluste und Angst vor Infektionen hatten zuletzt für hohe Leerstandszahlen gesorgt. Das Handelsblatt berichtet über „so viele unvermietete Apartments wie seit Jahren nicht mehr.“ Die Stadt verliere durch die Corona-Einschränkungen massiv an Strahlkraft. Ohne Gastronomie und Kultur sinkt die Attraktivität des Lebens in New York.

Vor dem Hintergrund der hohen Leerstandsraten im Mietmarkt seien Vermieter inzwischen zu Zugeständnissen bereit, heisst es im Beitrag weiter. Beispielsweise werde die Maklerprovision nun häufig vom Eigentümer bezahlt und einziehenden Mietern werde ein Mieterlass für ein begrenztes Zeitintervall offeriert.

Ob sich der Trend nach Abklingen der angespannten Corona-Beschränkungen umkehren wird, scheint derzeit fraglich – zu groß könnten bis dahin die wirtschaftlichen Einschnitte sein, die die Metropole hinnehmen musste. Auch der Trend zum Homeoffice, der In Deutschland ebenso wie in den USA Einzug gehalten hat, könnte die Vermietungssituation in der engen Großstadt weiter unter Druck setzen. Wer im Homeoffice arbeitet, ist nicht gezwungen im teuren „Mauseloch“ zu wohnen. Er genießt die Freiheit der flexiblen Wohnungswahl.

Richard Nitzsche: Makler und Autor von Mietercoach.de
Der Autor: Richard Nitzsche (M.Sc.) ist Immobilienmakler, Autor des mietercoach-Ratgebers und des gleichnamigen Immobilienblogs. Während seines Studiums hat er eine Zeit in New York gelebt und kennt die die Stadt.

Während der New Yorker Mietmarkt in den Crash läuft, steigen die Preise in den Mittelstädten außerhalb der großen US-Metropolen. Auch hier ist der Trend der Stadtflucht schon jetzt spürbar. Mit dem Homeoffice suchen die Mieter häufig nach größeren Immobilien in bislang eher wenig populären Lagen. 

Immobilienmarkt New York: Orakel für die zukünftige Entwicklung in Deutschland?
Aufgrund geringerer Sozialleistungen manifestieren sich realwirtschaftliche Probleme im US-Immobilienmarkt schneller, als im deutschen Immobilienmarkt. Arbeitsplatzverluste, beispielsweise in der für New York wichtigen Tourismusbranche, schlagen direkt auf den Immobilienmarkt durch. Einerseits werden Mietverträge im Big Apple im Regelfall über kurze Laufzeiten abgeschlossen, sodass Marktteilnehmer die Möglichkeit haben, schnell zu reagieren – andererseits fällt die Existenzgrundlage mit eintretender Arbeitslosigkeit direkt weg. Im schlimmsten Fall wird dann auch die Immobilie nicht länger benötigt weil der ehemalige Bewohner ins günstigere Umland oder an einen anderen Standort abwandert.


In Deutschland halten Staatshilfen und Kurzarbeit die Welle derzeit zurück. Es bleibt abzuwarten, ob New York die Outline für eine grundsätzliche Entwicklung zur Flucht aus den Großstädten legt. Entsprechende Vermutungen hatten Ökonomen und Wissenschaftler bereits in den Anfangszeiten der Corona Krise geäußert – oder ob es sich um einen kurzfristigen Einbruch des Mietmarkts handelt. Die unter den Verwerfungen ebenfalls unter Druck geratenen Kaufpreise könnten in diesem Fall für Investoren Chancen zum Einstig in den Markt bereit halten.