Wohnungssuche: Bitte mitdenken!

Soziale Intelligenz, oder auch Sozialkompetenz beschreibt die„Fähigkeit, andere zu verstehen und sich ihnen gegenüber situationsangemessen und klug zu verhalten“. Im Alltag tendieren die Menschen tatsächlich zu „situationsangemessenem“ Verhalten.

Urheber: K.-P. Adler, fotolia
Urheber: K.-P. Adler, fotolia

Anders verhält es sich bei der Wohnungssuche.
Manchmal frage ich mich, ob schlichtes Unwissen oder einfach Nachlässigkeit der Grund sind, dass Interessenten im Umgang mit der Anbieterseite oftmals jede Sozialkompetenz ihres Alltagslebens vergessen.
Sympathie gehört zu den wichtigsten Entscheidungskriterien für die Wohnungsvergabe, besonders bei Privatvermietern.
Natürlich darf sich der Interessent wie die Axt im Walde benehmen, aber dann sollte er sich nicht wundern, wenn der Anbieter einen anderen Mieter auswählt.

Bedenken Sie stets, dass Sie der Anbieterseite mit Ihrem Verhalten Signale aussenden – und zwar ab der ersten Anfrage im Internetportal, über die Terminvereinbarung bis in die Besichtigung und auch in der der späteren Interaktion mit dem Vermieter. 

Nachfolgend einige Negativbeispiele aus meinem Makleralltag:

  • Auch wenn Ihr Kleinkind noch nicht laufen kann, sollten Sie an einem verregneten Herbsttag NICHT den Kinderwagen (mit verdreckten Rädern) bei der Besichtigung durch die Diele der frisch renovierten Wohnung schieben..
  • Die Antwort am Telefon: „Ich habe so viele Anfragen geschickt, ich weiß gar nicht um welche Wohnung es gerade geht“, outet Sie als Besichtigungstouristen.
  • Telefonieren, Kaugummi kauen, generelles Stinken (nach Schweiß,  Alkohol oder Ähnlichem) wird von Anbietern während der Besichtigung als respektlos angesehen.
  • Zu spätes Erscheinen zu vereinbarten Terminen oder kurzfristige Bitten um Terminverschiebung zeugt ebenfalls von Respektlosigkeit im Umgang mit der Zeit der Gegenseite.

Man könnte die Liste beliebig ausweiten. Natürlich müssen Sie keine Knigge-Schulung absolvieren, um eine Wohnung zu bekommen, aber gutes Benehmen und Respekt sind definitiv ein Wettbewerbsvorteil.

Ich unterstelle, dass sich viele Interessenten nicht absichtlich „daneben benehmen“ – sie denken einfach nicht mit.
(Ebenso viele Mietinteressenten haben übrigens ein hervorragendes, sympathisches Auftreten. Meistens erhalten diese Mieter dann die guten Wohnungen).

Sie erhöhen Ihre Chancen auf die schöne Wohnung erheblich, wenn Sie während der Wohnungssuche einfach mitdenken. Haben Sie im Hinterkopf, wie Sie gerade wirken. Stellen Sie sich hierfür vor, Sie wären der Vermieter und würden sich selbst in der Besichtigung begegnen. 

Richard Nitzsche ist Immobilienmakler in Frankfurt und MünchenDer Autor: Richard Nitzsche ist Immobilienmakler in Frankfurt und München, Autor des Blogs http://www.mietercoach.de und Verfasser  des Ratgebers für Mieter auf Wohnungssuche „Der Mietercoach: Ihre neue Wohnung SUCHEN – FINDEN -BEKOMMEN“ . Er publiziert außerdem eine wöchentliche Immobilienmarktkolumne für den Frankfurter Stadtkurier. Schreiben Sie Ihm auf Twitter oder Facebook