Expo Real: Grundstimmung im Immobilienmarkt positiv. Regierungsbildung macht Investoren nervös

Expo Real eröffnet: Grundstimmung positiv. Regierungsbildung macht Investoren nervös

Grundsätzlich gutgelaunt dürften die Marktteilnehmer der Immobilienbranche das Messegelände in München betreten, wenn die 20. Expo Real heute um 09:00 Uhr ihre Pforten öffnet. Das vor der internationalen Immobilienmesse veröffentlichte Stimmungsbarometer für den Immobilienmarkt prognostiziert weiterhin positive Tendenzen für Investitionen in Immobilien. Die Messe München befragte 1500 Marktteilnehmer zu ihrer derzeitigen Grundhaltung. Nur 4 Prozent der Befragten gehen von sinkenden Investitionsvolumina aus. Rund zwei Drittel der Marktakteure glaubt derzeit an eine weiterhin steigende Investitionsentwicklung. 30% der Umfrageteilnehmer sprechen sich für eine konstante Investitionstätigkeit aus.

Immobilienmarkt: Regierungsbildung im Fokus

Das Wahlergebnis der Bundestagswahl sorgt bei deutschen Marktteilnehmern für Verunsicherung: Die Auswirkungen  auf den Immobilienmarkt bei Bildung einer Jamaika-Koalition seien aktuell unvorhersehbar, weil sich die immobilienbezogenen Programmpunkte der Parteien stark unterscheiden. Ein Abwarten der Investoren, insbesondere bei der Finanzierung von Großprojekten, könnte Folge sein. Daher wünscht sich der Markt eine zügige Bereinigung der Situation und eine schnelle Regierungsbildung. Einigen Brancheninsidern gibt die hohe Wahrscheinlichkeit der Umsetzung einer Jamaika-Variante Anlass zur Hoffnung auf einen politischen Neuanfang. „Wenn die neue Regierung da weitermacht, wo die große Koalition aufgehört hat, wird es weiterhin zu wenige Wohnungen geben, zu wenig Neubau, zu wenige Baugenehmigungen, und die Preise werden weiter steigen“, kommentiert IVD-Präsident Jürgen Michael Schick die Wohnungsmarktpolitik der noch amtierenden Koalition. Er fordert die Schaffung von mehr Wohnraum im Rahmen eines nationalen Aktionsplans.

Boom bei Gewerbeimmobilien

Deutsche Gewerbeimmobilien sind heiß begehrt. Die große Nachfrage resultiert aus fehlenden Anlagealternativen und der hervorragenden Reputation des Gewerbestandorts Deutschland als sicherer Hafen. Der Makler Colliers prognostiziert für 2017 ein ein Umsatzvolumen in dem Marktsegment von rund 50 Milliarden Euro. Gefragt seien vor allem Büro- und Logistikimmobilien in den Großstädten. Durch die starke Nachfrage sinken die Renditen für Investoren. Diese liegen laut des Immobilienunternehmens CBRE zwischen 3 Prozent in Köln und München und 3,6 Prozent in Düsseldorf.

Expo Real fördert Immobilien-Startups

Besonderes Augenmerk wird den Startupunternehmen der Immobilienbranche zuteil. Das Real Estate Innovation Network (RE!N) bietet neu gegründeten Gesellschaften ein Forum, um ihre Geschäftsideen öffentlich wirksam zu präsentieren. Die Messe möchte die Vernetzung der jungen Unternehmen mit traditionellen Immobilienunternehmen unterstützen und auf diese Weise gegenseitige Synergien zu Tage fördern.

 

Richard Nitzsche ist Immobilienmakler in Frankfurt und MünchenDer Autor: Richard Nitzsche ist Immobilienmakler in Frankfurt und München, Autor des Blogs mietercoach.de und Verfasser  des Ratgebers für Mieter auf Wohnungssuche „Der Mietercoach: Ihre neue Wohnung SUCHEN – FINDEN -BEKOMMEN“ . Er publiziert zudem eine wöchentliche Immobilienmarktkolumne für den Frankfurter Stadtkurier. Schreiben Sie Ihm auf Twitter oder Facebook!