Planung der neuen Einbauküche: Checkliste für die erfolgreiche Küchenplanung

EBK Küchenplanung Küche

Die Einbauküche (EBK) ist beim Umzug in die neue Wohnung oder ins neue Haus häufig der größte Kostenfaktor. Schon für eine einfache Einbauküche, neu geplant, werden mehrere tausend Euro fällig. Küchen sind deshalb so teuer, weil es sich grundsätzlich um individuell geplante Ausstattungsgegenstände handelt: Der Küchenplaner wählt aus Komponenten, die Ihren Anforderungskriterien entsprechen und konfiguriert die Küche speziell für Ihren Bedarf. Der Vorteil: Sie erhalten ein maximales Mitspracherecht bei Ihrer neuen Einbauküche. Sie können selbst entscheiden, „was die Küche kann“, welche Teile Sie den größten Wert legen und welche Komponenten Sie vernachlässigen. In der Praxis existieren bei der Planung einer neuen Einbauküche im Regelfall einige Engpässe.


Checkliste der Engpässe bei der Küchenplanung

  • Platz für die Küche
  • Anschlüsse und Steckdosen
  • Kosten der Einbauküche
  • Lieferzeitpunkt

Hinweis: Warum Mieten ohne Einbauküche günstiger und sinnvoller sein kann

Bevor wir tiefer in die Materie einsteigen, lassen Sie uns einen Schritt zurück gehen. Gerade bei Mietwohnungen schätzen Mieter die Planung einer eigenen Einbauküche häufig nicht, bevorzugen Wohnungsinserate, bei denen die Mietwohnung bereits über eine Küche verfügt, die im Paket mitvermietet wird. Die Sinnhaftigkeit des Suchkriteriums „Einbauküche vorhanden“ lässt sich leicht mathematisch herunter rechnen. Vielen Interessenten auf Wohnungssuche ist nicht bewusst, dass die geplante Mietdauer darüber entscheidet, ob sich der Mieter selbständig nach einer Einbauküche umsieht, oder diese als Inventar vom Vermieter im Rahmen der Mietsache übernimmt. Im Regelfall sind Wohnungen, die über eine integrierte Einbauküche verfügen, 50 – 100 EUR teurer. Bedenken Sie dabei, dass es sich um gebrauchte Küchen handelt, die vom Vermieter häufig bereits verschlissen worden sind – und das meine ich so, wie ich es sage; erfahrungsgemäß gehen Mieter nicht wirklich pfleglich mit Einbauküchen um. Wohnen Sie nun 5 Jahre bzw. 60 Monate in der Wohnung, haben Sie zwischen 3000 EUR und 6000 EUR mehr bezahlt. Für diese Summe könnten Sie auch eine neue Küche planen. Kein Geld für die Einbauküche? Kein Problem, jedes Küchenstudio macht Ihnen ein Angebot zur Finanzierung. Haben Sie Glück und sind Sie mit ihrer Küche pfleglich umgegangen, erhalten Sie am Ende des Mietverhältnisses sogar noch eine Abstandszahlung vom Nachmieter. Für eine gebrauchte Küche lassen sich im Schnitt 1.500 – 2.000 EUR erzielen. Achten Sie in diesem Fall unbedingt darauf, dass Sie neutrale Farben und Formen wählen, hell; idealerweise weiß. Die Abstandszahlung verringert Ihre Investitionskosten erneut.

Zusätzlich ist der Interessentendruck bei Angeboten ohne Einbauküche häufig deutlich geringer. Natürlich, denn viele Mieter scheuen den Aufwand, und kalkulieren die Kosten nicht so, wie im oben genannten Beispiel. Dies setzt Mieter zudem in eine bessere Position bei den Verhandlungen für den Mietvertrag.

Vermessen Sie die Küche: Definieren Sie Engpässe

Bevor Sie mit der Planung Ihrer neuen Einbauküche beginnen, vermessen Sie unbedingt den Raum. Wie oben beschrieben ist „Platz“ in den meisten Fällen ein limitierender Faktor der neuen Küche – aber auch, wenn ausreichend Platz in dem vorgesehenen Raum existiert, wollen Sie, dass die Schränke zum Schluss abschließen und die Einbauküche passt. 

Checkliste Aufmaß für die EBK

  • Form des Raumes
  • Länge und Höhe der Wände
  • Schwingradius der Türen (hinter die Türen sollten Sie keine Regale platzieren)
  • Fenster
  • Heizkörper
  • Lage der Steckdosen, insbesondere der Herdsteckdose
  • Lage von Wasseranschluss und Abwasserrohr

Machen Sie sich auf Überraschungen gefasst:

Insbesondere in Altbauten können sich echte Stilblüten ergeben. In einer eigenen Immobilie habe ich einmal einen Raum, der in früheren Zeiten als Küche, zwischendurch als Kinderzimmer, genutzt wurde, in eine Küche zurückgebaut. Sämtliche Anschlüsse waren leicht zu finden, mit Ausnahme der Abwasserleitung. Nachdem ich mit dem Installateur die gesamte Wand aufgeklopft hatte, war der Anschluss noch immer nicht zu finden. Irgendwann kam ich auf die Idee, im Boden nachzusehen. Gesagt, getan, gefunden. Hier ein Erinnerungsbild der Aktion zu Ihrer Erheiterung.  

Küche Suche Abwasserrohr Einbauküche

Im Übrigen ist Messen mit dem Zollstock keine effiziente Methode. Häufig werden die Ergebnisse ungenau oder sogar falsch, weil der Zollstock nicht gerade liegt oder man sich beim aneinander legen schlicht „vertut“. Nutzen Sie deshalb besser ein Messgerät zum Aufmaßnehmen.

Checkliste Elektrik für die EBK: Steckdosen  / elektrische Anschlüsse – Lage und Anzahl beachten

Eine neue Küche erfordert eine Vielzahl von Steckdosen. Darauf können und sollten Sie schon in der Wohnungsbesichtigung achten, um nicht nach Anmietung und bei der Planung der Küche ein blaues Wunder zu erleben. Sie benötigen Steckdosen und Anschlüsse im Regelfall für folgende Geräte:

  • Herd (spezieller Anschluss, gut zu erkennen durch ein Eckgehäuse) / idealerweise mit eigenem Stromkreis
  • Backofen – idealerweise aber nicht zwangsläufig notwendig ebenfalls mit eigenem Stromkreis
  • Geschirrspüler
  • Kühlschrank
  • Mikrowelle
  • Beleuchtung für die Schränke und die Arbeitsfläche
  • Dunstabzug
  • Arbeitssteckdosen für Kaffeeautomat, usw.
  • Sonstige, z.B. für einen Fernseher

Elektrik der Einbauküche: Steckdosen / Stromanschlüsse als limitierender Faktor

Häufig limitiert und definiert die Lage der Anschlüsse bereits das Gesamterscheinungs-/ Aufteilungsbild der neuen Einbauküche. Fehlen Steckdosen, sollten Sie dies mit dem Vermieter VOR Anmietung der Wohnung besprechen. Sie können den Vermieter mietrechtlich nicht dazu bewegen, die Küche aufzuklopfen und neue Leitungen zu verlegen. Liegt grundsätzlich eine Stromleitung, lässt sich aus einer Steckdose vergleichsweise schmerzfrei ein Mehrfach-Stromaschluss ziehen. Verzichten sollten Sie grundsätzlich auf alle Arten von Verlängerungssteckern.

Schlimmstenfalls müssen Sie den Umbau der Elektrik selbst bezahlen, hier laufen schnell höhere Kosten auf, als für die eigentliche Einbauküche. Das kann dann so aussehen:

Küche elektrische Leitungen EBK

Recherche: Kostenlose Planungstools aus dem Internet nutzen

Nun beginnen Sie mit der Planung. Wollen Sie erst einmal ein wenig selbst „Herumprobieren“, dann nutzen Sie doch den Online-Küchenkonfigurator eines bekannten schwedischen Möbelhauses. Die Bauteile sind bepreist. Das bedeutet, Sie können die Kosten für jedes Bauteil und die Gesamtkosten direkt ablesen. Ein guter Start, um ein Gefühl zu bekommen, wieviel einzelne Komponenten kosten. Ist Geld, wie bei den meisten Mietern, Ihr limitierender Faktor? Denken Sie darüber nach, auf welche Elemente Sie verzichten können oder welche Elemente gegen günstigere Bauteile austauschbar wären. Benötigen Sie in Ihrer Küche Markengeräte oder tut es vielleicht die No-Name-Brand ebenfalls. Hier lassen sich kosten einsparen.

Mit Gefühl und Ideen im Gepäck können Sie nun zum Möbelhaus ihrer Wahl aufbrechen. Es kann sich lohnen, auch einmal kleinere Möbelhäuser anzufragen. Vermutlich müssen Sie in Corona-Zeiten einen Termin vorab machen. Jedoch haben kleinere Möbelhäuser häufig einen höheren Verhandlungsspielraum und nicht selten individuelleren, besseren Service. Der Küchenplaner wird sich nun Ihre Maße ansehen und Ihnen vorschlage zur Aufteilung und Ausstattung unterbreiten. Ein Vorteil: Die meisten Komponenten finden Sie in der Möbelausstellung, sodass Sie sie selbst anfassen und mit eigenen Augen begutachten können. 

Checkliste für die Küchenplanung: Die Einzelteile der Küche im Überblick

  • Kochfeld
  • Ofen
  • Dunstabzugshaube
  • Geschirrspüler
  • Kühlschrank
  • Gefrierschrank
  • alternativ Kühl-Gefrier-Kombination
  • Mikrowelle
  • Arbeitsplatte
  • Stauflächen
  • Spülbecken
  • Mischbatterie
  • Oberschränke
  • Unterschränke
  • Griffe für die Schränke

Achten Sie außerdem auf 

  • Die Höhe der Schränke
  • Die Fronten

Sonstiges Inventar

  • Esstisch
  • Stühle
  • Fernseher?
  • Halterung für den Fernseher

(M)eine persönliche Meinung: Ein Fernseher gehört in jede Küche!

Vielleicht wegen meines US-Amerikanischen Familienhintergrunds möchte ich an dieser Stelle einmal eine Lanze für den Fernseher in der Küche brechen: Machen Sie sich klar, wie viel Zeit Sie in Ihrer neuen Küche verbinden werden und dass Sie beim Kochen, Schneiden usw. Ihre Hände benutzen müssen. Aber Sie können Hören und sehen während des Kochens.

Ein Fernsehgerät in der Küche erhöht den Komfortfaktor des Raumes um ein Vielfaches. Ob Sie morgens die Nachrichten (nebenher) konsumieren oder Abends Serien, Filme, Reportagen – allein, zu zweit oder mit Freunden. Gerade bei der Wohnküche handelt es sich grundsätzlich auch um einen Raum des sozialen Lebens. Kein Fernsehanschluss in der Küche? Kein Problem: Nutzen Sie beispielsweise einen amazon-fire-Stick, den Sie über Ihr W-Lan betreiben können.

Sie benötigen

und eine passende App zum Fernsehen, beispielsweise waipoo 

Preisverhandlung: Ansätze zur Preisverhandlung bei der Küchenplanung für die neue Einbauküche

Ihr Küchenplaner hat Ihnen ihre Traumküche gezeichnet. Vielleicht ist es schon der 3. oder 4. Entwurf von verschiedenen Möbelhäusern. Intuitiv haben Sie sich für einen Anbieter entschieden; entweder ist es der sympathischste und kompetenteste, oder der mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis. Nun beginnt die Verhandlungsphase. Im Regelfall verfügen Küchenverkäufer über Verhandlungsspielräume – zumindest die kleineren Küchenstudios. Beim schwedischen Möbelhaus gilt dagegen vermutlich der Fixpreis. 

Hier einige Ansätze:

  • Finanzierung

Sie können Ihre Küche finanzieren. Diesen Service bieten praktisch alle Küchenstudios an. Nutzen Sie keine Finanzierung und zahlen Sie in bar? Dies könnte Ihnen helfen, den Preis zu drücken.

  • Barzahlung – Versicherung gegen Insolvenz des Anbieters

Zahlen Sie in bar, müssen Sie eine Anzahlung leisten. Bis zum Liefertermin tragen Sie das Verlustrisiko Ihrer Anzahlung. Im Falle einer Insolvenz des Möbelhauses könnten Sie Ihre Anzahlung vollständig verlieren ohne eine Leistung erhalten zu haben. Grundsätzlich sollten Sie darauf achten, dass der Anbieter Ihr Risiko versichert. Verzichten Sie darauf, dass das Küchenhaus diese Versicherung abschließt? In diesem Fall kann Ihnen der Anbieter den Gegenwert der Versicherung als Rabatt einräumen. 

  • Aufbau der Küche Inklusive

Sind Sie ein begnadeter Heimwerker oder halten Sie sich selbst für einen? Sie können auf den Aufbau der Küche verzichten und den entsprechenden Rabatt vereinnahmen. Ich würde Ihnen von dieser Idee abraten. Aber ich bin auch nur Makler mit zwei linken Handwerks-Händen… 

  • Goodwill für Kleinigkeiten

Vielleicht fallen Ihnen nach dem Abschluss der Planung, aber noch kurz vor der Unterschrift, Kleinigkeiten auf. Der Küchenverkäufer erhält häufig eine Provisionszahlung, wenn Sie den Vertrag unterschreiben und die Küche abnehmen. Draußen existiert eine Menge Konkurrenz. Sind Sie praktisch Vertragsfertig, wird der Verkäufer unter Umständen zu kleineren Zugeständnissen bereit sein, wenn Sie direkt unterschreiben. Wollen Sie eine extra-beleuchtungseinheit, oder wünschen Sie sich, dass sich die Oberschränke nach oben, statt zur Seite, öffnen. Fragen Sie kurz vor der Unterschrift. Hier ist Fingerspitzengefühl notwendig, denn die „Ach! Noch eine Kleinigkeit“-Masche funktioniert nur solange, bis Sie den Verkäufer verärgern und er die Schotten dicht macht. 

Tipp für Barzahler-Rabatte: Barzahlung und selbständige Gegenfinanzierung

Vor dem Hintergrund der Rabatte als Barzahler können Sie prüfen, ob eine Gegenfinanzierung Ihrer neuen Küche auf eigene Rechnung günstiger wird. Finanzieren Sie einen Teil oder den gesamten Betrag beispielsweise bei Auxmoney oder als Blitzkredit. So können Sie den vollständigen Barzahler-Rabatt für die Einbauküche vereinnahmen.

Lieferung, Liefertermin, Aufbau Ihrer Küche, Bezahlung

Normalerweise warten Sie 4 bis 6 Wochen auf Ihre neue Küche. Der Indikative Liefertermin sollte im Vertrag festgehalten sein. Hier lässt sich der Anbieter häufig (und berechtigter Weise) Öffnungsklauseln vom Käufer einräumen. Lesen Sie dazu die AGB. Das ist die Seite mit dem Kleingedruckten, die Küchenverkäufer grundsätzlich als „ach, nicht so wichtig“ deklarieren. Doch, schon wichtig, zumindest Bescheid zu wissen. Im Übrigen schützt Sie das BGB vor unangemessenen AGBs beim Küchenkauf. Die AGBs greifen nur als Ergänzung in den Fällen, in denen das BGB keine ausreichend definierte Lösung zur Verfügung stellt. Hinsichtlich des Liefertermins kann es beispielsweise zu Verzögerungen kommen, wenn „im unwahrscheinlichen Fall“ einer Pandemie oder anderen globalen Störungen Lieferketten unterbrochen werden. Für diesen Fall ist es empfehlenswert, wenn Sie einen mobilen Herd besitzen. Zwei elektrische Platten bekommen Sie schon für unter 30 Euro. Keine Dauerlösung, aber eine echte Hilfe bei möglichem Lieferverzug der gesamten Einbauküche oder einzelner Komponenten, die Zeit bis zur Fertigstellung zu überbrücken und nicht zu verhungern.

Bezahlt wird im Regelfall nach Lieferstand. So dürfen die Abnehmer jeweils einen Betrag von der Gesamtsumme einbehalten, wenn  Komponenten noch nicht geliefert sind oder unzureichend funktionieren. Haben Sie den Aufbau der Küche gebucht? Planen Sie Zeit ein. Je nach Grüße der Küche müssen Sie mit ein- bis zwei Arbeitstagen rechnen…