Neue Wohnung? Was Wohnungsmakler gerne verschweigen…

(… und Interessenten zu fragen vergessen.)

Sie kommen aus diesem sonnigen Samstagmittag gerade aus der Wohnungsbesichtigung und haben sich direkt in „Ihre neue Wohnung“ verliebt. Jetzt aber schnell, „blind vor Liebe“, den Vertrag unterschreiben, während sich der Wohnungsmakler schon auf den Abschluss freut… Oder war da noch was?

Hier einige Punkte, auf die Sie vor der übereilten Unterschrift achten sollten!

So verbessern Sie Ihre Chancen für die neue Traumwohnung

1. Waschmaschine? 

Nach der Unterschrift fällt’s Ihnen auf: Im Badezimmer ist nirgends Platz für Ihre Waschmaschine und auch im Keller existieren keine Stellflächen. Für den Wohnungsmakler war der Stellplatz für Waschmaschine & Trockner in der Besichtigung kein Thema.
Blöd für Sie. Jetzt müssen Sie wohl mit dem allgemeinen Waschautomaten vorlieb nehmen, indem der gepflegte Nachbar aus dem Erdgeschoss gerade seine Fußpilz-Socken gewaschen hat. Lecker!

2. Treppenhausreinigung und Schneeschieben

Wenn’s stürmt und schneit bleibt der Mieter lieber in der warmen Wohnung. Doof, wenn die Kehrwoche Ihnen einen Strich durch die Planung macht. Viel Spaß bei Minus 20 Grad und Glatteis im Freien. Aber es hält ja fit…

3. Versteckte Nebenkosten

Nebenkosten sind ja bekanntlich variabel. Manch ein Vermieter versteht dies fälschlicherweise als „variabel ansetzbar“. Unseriöse Wohnungsmakler recherchieren Nebenkosten (auf Basis des Vermieterverbrauches) nicht gründlich.
Um die horrende Kaltmiete des 2-Zimmer-Schlafduschlochs wieder erträglich wirken zu lassen, quotiert der Vermieter/ Makler einfach 50 EUR weniger. „Der verschwenderische Mieter ist doch selbst schuld, wenn er mehr verbraucht!“

Lassen Sie sich vor der Vertragsunterzeichnung im beidseitigen Interesse deshalb die Nebenkostenabrechnung vom Vormieter zeigen!

4. Versteckte Energiekosten/  Energiepass

Wussten Sie, dass dem Mieter in jeder Wohnungsbesichtigung ein Energiepass vorgelegt werden muss? Und zwar ungefragt! Manch Vermieter ignoriert dies gekonnt – der Mieter soll ja nicht auf den ersten Blick erkennen, dass er die Gasetagenheizung auf 70 Grad stellen muss (und dafür selbst aufkommen darf), weil es in der Wohnung durch jede Ritze zieht.

5. Kündigungsverzicht im Vertrag

Ein neuerdings weitläufig genutzter „Vermietertrick“ ist der Kündigungsausschluss im Mietvertrag. Vereinbaren Sie mit dem Vermieter einen Kündigungsverzicht von z.B. 24 Monaten, können Sie das Mietverhältnis nur noch aufgrund außerordentlicher Gründe kündigen. Bei Standardmietverträgen kommen Mieter nach nur drei Monaten wieder aus dem Mietvertrag.
Nachdem die Maklerkosten seit Juni 2015 auf den Vermieter „abgewälzt“ werden, rate sogar ich meinen Vermietern zu dieser Vertragsklausel, damit die Kostenbelastung des mehr oder minder teuren Wohnungsmaklers nicht alle drei Monate auf den Eigentümer zukommt. (Unterstellen Sie dem Berufsstand der Wohnungsmakler nicht, dass wir Politik und Mieter vor Einführung des Bestellerprinzips nicht vor diesem ganz legalen „Schlupfloch“ und vor den Einbußen zu Lasten der Mietermobilität gewarnt hätten).

 

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