Immobilienblase? Blasenindex für München und Frankfurt steht auf Rot!

Blasenindex: Frankfurt und München rot

Niedrige Zinsen treiben die Immobilienpreise. Für Volkswirte besteht Grund zur Sorge vor einer Immobilienblase, im Extremfall erwartet Deutschland und die Welt ein neuer Crash. Als systemrelevanter Markt liegt besonderer Fokus auf den Immobilien. Abwertungen der Immobilienpreise resultieren in massiven Verlusten der Kaufkraft einer Volkswirtschaft und gipflen nicht selten Wirtschafts- und Finanzkrisen. Häufig besteht ein Wechselspiel zwischen Problemen im Finanz- und Wirtschaftssystem und Immobilienkrisen. Insofern liegt es nah, dass potenzielle Immobilienblasen auch das Wealth Management der renommierten Geldhäuser beschäftigt. 

UBS-Blasenindex: Frankfurt und München auf Rot

Richard Nitzsche: Makler und Autor von Mietercoach.de
Richard Nitzsche (M.Sc.)  ist  Immobilienmakler und Autor des Blogs mietercoach.de .

Auf der BIIS Jahrestagung Immobilienfonds stellte Claudio Saputelli, Chief Investment Officer Global Real Estate von UBS, den UBS Global Real Estate Hubble Index vor.
Zuletzt im September 2019 ausgewertet, sieht der Index die deutschen Metropolen München und Frankfurt unter den Top-10 -Städten weltweit, die derzeit das größte Blasenrisiko mit sich führen. München belegt sogar den ersten Platz! Frankfurt trendet auf Platz 5.   

Risikofaktoren für eine Immobilienblase

Saputelli betont, die große Schwierigkeit, Immobilienblasen während des Prozesses der Blasenbildung, vorherzusehen – umso schwerer werde dieses Vorhaben, weil der Terminus „Immobilienblase“ nicht wissenschaftlich definiert sei. Jedoch gleichen sich die Indikatoren, die die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur der Immobilienpreise erhöhen:

  • irrationales Preiswachstum
    (irrational exuberance)

Die Immobilienpreise in Vancouver seien zwischen 2009 und 2018 beispielsweise um 87 Prozent gestiegen, in Dubai zwischen 2010 und 2014 um 74 Prozent. 

  • geringe Erschwinglichkeit
    (low affordability)

Gemessen am Preis-Einkommenslevel können sich immer weniger potenzielle Käufer eine Immobilie leisten.

  • schwache Wirtschaft
    (week economy)

Unter einer schwächere Wirtschaftsleistung leidet die Nachfrage nach Immobilien. Wirtschaftssubjekte halten sich mit dem Kauf zurück, warten ab oder bieten ihre Immobilien sogar zum Kauf an.

  • Kreditvergabestandards der Banken
    (lending standards)

Laxe Kreditvergabe oder eine fehlerhafte Einschätzung der (künftigen) Immobilienpreise in den Kreditinstituten befeuert das Blasenrisiko. 

  • nachteilige Besteuerung
    (unfavorable taxation) 

Hier führt Saputelli wieder das Beispiel Vancouver an, hier wurden ausländische Investoren stark besteuert oder eine Leerstandssteuer für Wohnraum erhoben, der nicht als Erstwohnsitz genutzt wurde. In Dubai verdoppelten sich die Transaktionskosten bei Kauf / Verkauf einer Immobilie. 

Der Blasenindex erscheint jährlich. Weitere Informationen zum UBS-Blasenindex erhalten Sie auf der Website der Bank.

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