Corona-Schock: Mieter von Vonovia wirtschaftlich kaum betroffen

Börse Frankfurt Deutsche Wohnen

Der Immobilienkonzern Vonovia hat im Rahmen der Berichtssaison signalisiert, dass nur ein geringer Teil seiner Mieter heftige finanzielle Einbußen durch die Coronakrise erlitten haben könnte. In einem Handelsblatt-Artikel, der sich auf die Veröffentlichung der Halbjahreszahlen bezieht, heisst es diese Woche, nur ein Prozent der Mieter habe dem Wohnungskonzern seine finanzielle Notlage angezeigt. Im Rahmen der geänderten Gesetzgebung konnten Mieter in den vergangenen Monaten auflaufende Miete stunden ohne die Kündigung ihres Mietverhältnisses durch den Vermieter fürchten zu müssen. Dafür hatten sie jedoch nachzuweisen, dass sie durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie, durch Lockdownmaßnahmen und Ähnliches, in existenzbedrohende wirtschaftliche Schieflage geraten sind.

Positiver Impuls für die Volkswirtschaft

Das gute Ergebnis des Immobilienriesen hat positive Implikationen auf die Prognose für die gesamte Volkswirtschaft. Mit der Aussage zeigt Vonovia, dass der Wirtschaftsschock den Mietmarkt, zumindest aktuell, nicht erreicht hat – ein klares Indiz, dass die massiven fiskalpolitischen Stimuli eine Pleitewelle bislang erfolgreich abfedern konnten.
Jedoch reagiert der Immobilienmarkt grundsätzlich Schluss: Bevor der Mieter seinem Vermieter die Miete schuldig bleibt, nutzt er zunächst sämtliche Zweitchancen der Liquiditätsbeschaffung.

Positive Konjunkturzahlen in der Kalenderwoche 32/2020 stützen Wertpapierbörsen

In der abgelaufenen Woche wurden Aktienhändler und Volkswirte mit positiven Konjunkturzahlen überrascht. Die Auftragseingänge haben sich aufgehellt. Autobauer melden sogar einen Rebounce von 90 Prozent der Auftragseingänge verglichen mit den Niveaus vor der Krise. Diese Entwicklung nährt die Hoffnung, dass ein positives Szenario eintreten könnte: Im Konjunkturverlaufszenario der V-förmigen Recovery folgt auf den Wirtschaftscrash eine kurzfristig starke Erholung. 

Ist die Immobilie das bessere Gold? (Themen aus dem Immobilienmarkt KW 31/2020)