Vom Vermieter abgelehnt: Die 5 wichtigsten Gründe, warum Mieter die Wohnung nicht bekommen

Sie wurden schon wieder von einem Vermieter abgelehnt? Seit Monaten bewerben Sie sich auf Angebote für Mietwohnungen, aber Sie kommen nie zum Zuge? Der Vermieter bzw. Makler meldet sich nicht (mehr), oder teilt Ihnen mit, dass ein anderer Mieter die Wohnung bekommen hat? Woran kann es liegen? Folgend nenne und erläutere ich Ihnen die fünf wichtigsten Gründe, warum Mieter bei der Wohnungsvergabe abblitzen. Außerdem gebe ich Ihnen zu jedem Punkt Hilfen und Anregungen an die Hand, um das Problem selbständig zu lösen. 

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1. Vertragsbeginn / Einzugstermin
Vermieter versuchen, die Dauer des Leerstands möglichst zu beschränken. Im Regelfall sind Wohnungen zu mieten, sobald diese verfügbar sind. Können Sie die Wohnung nicht sofort nach auslaufen des letzten Vertrages übernehmen, wird sich der Vermieter eher für einen Interessenten entscheiden, der den fließenden Übergang darstellt – und seinen Verdienstausfall minimieren. 

Machen Sie sich passend. Übernehmen Sie die Traumwohnung sofort und versuchen Sie, für ihre Wohnung einen Nachmieter zu finden, der vor Ablauf Ihrer Kündigungsfrist in den Vertrag einsteigt. Verfügen Sie nicht über entsprechende Mittel, können Sie einen Teil zwischenfinanzieren, beispielsweise bei meinem Affiliatepartner, der Novum Bank, hier erhalten Mieter Kurzzeit-Kredite für den Übergang.

2. Zu geringes Einkommen / falscher Beruf
Vermieter wünschen sich Sicherheit. Für den Eigentümer ist das wichtigste Kriterium bei der Wohnungsvergabe, dass er regelmäßigen Mieteingang. Achten Sie darauf, dass Sie regelmäßige Gehaltseingänge nachweisen können, ungekündigte Arbeitsverhältnisse ohne Probezeit und dass Sie entsprechende Nachweise direkt zur Verfügung stellen und nicht erst anfordern müssen. Im Regelfall soll die Warmmiete (Kaltmiete + Betriebskosten) ein Drittel des Haushaltseinkommens nicht übersteigen. 

Richard Nitzsche: Makler und Autor von Mietercoach.de
Richard Nitzsche (M.Sc.) ist Immobilienmakler und Autor des Ratgebers  „Der Mietercoach“.

3. Unsympathisches Auftreten im Besichtigungstermin
Häufig entscheiden sich Eigentümer bei der Wohnungsvergabe schließlich doch aus dem Bauch heraus. Hierfür ist Ihr Auftreten im Besichtigungstermin besonders wichtig. Kritisieren Sie unnötig oder unqualifiziert? Stellen Sie Ansprüche, fordern Sie Renovierungsmaßnahmen? Lassen Sie durchblicken, dass Sie sich über die gängige Rechtslage und ihre weitreichenden Mieterrechte im Klaren sind und diese auch in Anspruch nehmen werden? Dies sind Gründe, wegen denen Vermieter andere, unkompliziertere Mietinteressenten bevorzugen. Geben Sie sich deshalb in der Besichtigung konstruktiv und zeigen Sie Begeisterung für das Objekt. Mehr Informationen zum richtigen Auftreten im Besichtigungstermin habe ich in meinem Ratgeber für Mieter für Sie zusammengestellt. 

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4. Warum Hauspolitik häufig die Wohnungsvergabe entscheidet
Vermieter legen die Kriterien der Wohnungsvergabe häufig ihrer Hauspolitik zu Grunde. Dies gilt für Vermieter, denen ganze Mehrfamilienhäuser gehören. Hier strebt der Eigentümer gerne eine homogene Mieterstruktur an. Dies bedeutet weniger Ärger für die Mieter untereinander, somit weniger Verwaltungsaufwand für den Vermieter und eine geringere Fluktuation. 

Ein Beispiel für Hauspolitik: Stellen Sie sich ein 5-Parteien-Haus mit 4 Mietparteien vor. Die Bewohner sind weitestgehend älter als 65 Jahre – meistens Paare oder Einzelpersonen. Die Erdgeschosswohnung wird neu vermietet. Eine junge Familie mit 2 Kindern könnte im Haus Probleme bringen (Lärm, andere Zeiteinteilung des Tages, Kinderwägen im Hausflur, usw.). Erfragen Sie in der Besichtigung, wie die Struktur des Hauses ist und überlegen Sie sich, mit dem Eigentümer gemeinsam, ob das für Sie passen könnte. Nutzen Sie dabei Satzanfänge: „Könnten Sie sich vorstellen…“, „Wir würden auch…“, „Wie ist hier üblicherweise …. geregelt? Der Vermieter merkt so, dass Sie mitdenken und lässt sich in der Vergabeentscheidung eventuell zu ihren Gunsten beeinflussen. Außerdem merken Sie selbst, wenn die Zusammensetzung einfach nicht passen würde. 

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5. Mit einem anderen Mieter „war es leichter“
Viele Mietverhältnisse kommen einfach aus Nachlässigkeit oder einer Grundignoranz nicht zu Stande. Melden Sie sich nach der Besichtigung verspätet zurück? Die Wohnung wurde an jemand anderen Vergeben, der direkt im Termin zugesagt hat. Machen Sie sich als Mieter rar, fehlen Teile ihrer Unterlagen? Nutzen Sie die Email, obwohl der Vermieter Sie um telefonische Kontaktaufnahme gebeten hat (die Email wird vielleicht seltener abgerufen). Es existieren zahlreiche Gründe, weshalb der Vermieter der Nummer zwei auf der Liste dann doch den Vortritt lässt und den Zuschlag für die Wohnung entsprechend vergibt. Dies ist übrigens auch eine Chance für jeden Mieter auf Wohnungssuche: Sind Sie die „Nummer 2“, sind Sie nicht zwangsläufig aus dem Rennen. Bleiben Sie deshalb trotzdem am Ball, wenn Sie die Wohnung unbedingt wollen. 

Der Ratgeber für Wohnungssuche und Wohnungsbewerbung