Mietpreis: Fair? Zu hoch? Doch ein Schnäppchen?

Mietercoach_Immobilienmarkt

 

Zunächst bedenken Sie bitte, dass sich die Mietzahlung, die Sie an den Vermieter zu entrichten haben, in zwei Komponenten teilt:

a) die Kaltmiete

b) die Umlagen

Beides addiert ergibt die Warmmiete. Hin und wieder kommen noch einige Euro für einen gemieteten Stellplatz oder einen Tiefgaragenplatz hinzu.

Verständlicherweise definiert ein großer Prozentsatz der Mietinteressenten seine Wohnungssuche über die Warmmiete, denn dies sind die Ausgaben, mit denen Sie zunächst kalkulieren können.

Hierbei lassen aber viele außer Acht, dass sich die Umlagen verändern (verbrauchsabhängig), während die Kaltmiete (mit Ausnahme von Mietanpassungen) konstant bleibt.

Im Vergleich zuden Preisen anderer Märkte, zum Beispiel der „EUR/DOLLAR-Wechselkurs“, sind Mietpreise relativ schlecht zu objektivieren.

Wenn Sie beurteilen möchten, ob der Vermieter einen fairen Preis zu Grunde legt, müssen Sie die Wohnung im Vergleich zu anderen verfügbaren Angeboten betrachten.

Der erste Schritt zur objektiven Beurteilung der Miete ist das Betrachten der reinen Kaltmiete. Wenn Sie diese auf die Wohnfläche herunterbrechen, erhalten Sie eine Miete/m² .

Beispiel: Die Wohnung hat 100m²  Wohnfläche und ist für einen Angebotspreis von 1100 EUR kalt ausgewiesen. 1100 EUR/100m² = 11,00 EUR/m² .

Diese Angabe können Sie nun in Relation zu anderen Angebotspreisen setzen.

Eine gute Indikation liefert der von der Gemeinde herausgegebene Mietspiegel.

Auch erhalten Sie unter den Suchangaben der Immobilienportalen vielfach eine entsprechende Skala. Hier können Sie gut erkennen, wie sich das Angebot im Vergleich zu sämtlichen Mietangeboten auf dem Markt verhält. Wenn Sie ein Wohnungsangebot der selben Region aus der Zeitung betrachten, können Sie selbige Skala zu Grunde legen.

Hier ist allerdings zu beachten, dass es sich tatsächlich um einen Mittelwert aus allen Angeboten handelt. Nun müssten Sie die Skala anhand weiterer Kriterien modifizieren:

Sicher kennen Sie das Sprichwort im Bezug auf Immobilien: „Lage, Lage und …Lage.“ (sei entscheidend). Natürlich ist eine Wohnung in Münchens Zentrum für mehr Interessenten attraktiv, als die Selbe Wohnung in einem Randbezirk. Je attraktiver ein Gut ist, umso mehr Personen möchten es erwerben, also steigt der Preis. Ein guter Makler kennt die attraktiven Lagen in seiner Region und kann Sie hier informieren. Kennen Sie sich selbst gut aus, können Sie nun leicht für gute Lagen einen Zuschlag auf den Preis pro m²  ansetzen, für weniger gute Lagen ziehen Sie diesen ab.

Hier eine Liste wichtiger Kriterien (nicht vollständig)

– Größe der Wohnung (mit zunehmender Größe wird der Preis/m² tendenziell günstiger)- Lage der Wohnung

– Ausstattung und Beschaffenheit der Ausstattung

– Verkehrsanbindung

– Einkaufsmöglichkeiten

– Lage der Wohnung innerhalb des Hauses (Südausrichtung ist meistens begehrter als der Blick nach norden –> Helligkeit)

– Freizeitaktivitäten in der nahen Umgebung

Leider lässt sich der wichtigste Punkt in solche Bewertungen nicht einkalkulieren:

Die Wohnung muss Ihnen gefallen. Sie sollen sich in dem Objekt wohlfühlen, weil Sie dort wohnen. Entsprechend Ihrer Präferenzen werden Sie daher bei der Auswahl einer Immobilie zum Wohnen die oben angegebenen Faktoren individuell gewichten, oder Ihre ganz eigenen Merkmale suchen.

Einer meiner Mietinteressenten war ein pensionierter Pilot, der gerade sein Haus in einer ruhigen Gegend verkauft hatte. Jetzt wollte er aus seiner neuen Wohnung möglichst direkten Blick auf das Rollfeld. Für die Wohnung, die ich ihm schließlich vermietet habe (in Frankfurt/ Kelsterbach), hätte er wahrscheinlich deutlich mehr bezahlt, als die vom Vermieter geforderte Kaltmiete. Er wohnt übrigens noch immer dort…

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß und Erfolg bei Ihrer persönlichen Wohnungssuche!